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CARE

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Lucia, 26

Jeans day war der eine Tag in der Woche, an dem wir nicht in Uniform zur Schule kommen mußten. Mit ein paar Freundinnen haben wir immer ein Fest draus gemacht, uns abgesprochen und uns toll gestylt. Und oft, wirklich meist, habe ich mich dazu aus dem Kleiderschrank meiner Mutter bedient. Durfte ich auch. Fast alles. Aber es gab immer ein paar Teile, die ich sooo gern tragen wollte und nicht  durfte, weil ich nicht sorgfältig damit umging.

Es gibt da diesen tollen, hellen, leichten Mantel, den meine Großmutter meiner Mutter schenkte. Sie trug ihn nur ein oder zweimal. Ansonsten hing er im Schrank unter einer Schutzfolie. Ich wollt ihn so gern haben. Als vor zwei Jahren meine Oma starb, habe ich ihn bekommen. Plötzlich war es für meine Mutter nicht mehr so wichtig.

Fast die Hälfte meiner Kleidung habe ich von meine Oma oder meiner Mutter geerbt. Vieles ist viele Jahre alt, wurde immer gut gepflegt und ist entsprechend gut erhalten. Ich schaffe es immer in kurzer Zeit, Flecke oder Löcher in die Kleider zu machen. Das ist eben mein Umgang mit den Sachen. Ich setz mich auf den Boden oder fahre Skateboard. Es ist mir wichtig, daß ich mich in meinen Kleidern - egal ob schön, fein oder sportlich - bewegen kann, wie ich möchte. Und ich bewege mich nicht wie meine Mutter. Das wollte ich schon immer und ich bin stolz, Design zu studieren, Skateboard zu fahren und aus Kolumbien weggegangen zu sein. Heute akzeptiert meine Mutter mein Leben und meine Werte, auch wenn es anders ist, als ihres.

‘Jeans day’ was the one day of the week we did not have to go to school in uniform. With a few friends, we always made it a party, choosing the style and each piece. And often, mostly, I used to get things out of my mother‘s wardrobe. I could too. Almost everything. But there were always some pieces I liked sooo much but wasn´t allowed to take, because I did not handle clothes carefully.There was this great, light coloured and easy to wear coat that my grandmother donated to my mother. She wore it only once or twice. Otherwise, it hung in the closet under a protective film. I wanted it so much. When my grandma died two years ago, I finally got it. Suddenly it was not so important for my mother anymore.I inherited almost half of my clothes from my grandmother or my mother. Most are many years old, and have always been well maintained and are well preserved. I always manage to make stains or holes in my clothes in a short time. That‘s just my way of dealing with things. I sit down on the floor or skateboard. It is important to me that I am able to move in my clothes - whether nice, fine or sporty - as I would like. And I do not move like my mom. I‘ve always wanted to and I‘m proud to study design, skateboard and leave Colombia. Today my mother accepts my life and my values, even if they are different from hers.


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