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Therese, 56

Ich habe ein großes Schaltuch, ganz kuschlig. Das ist mein absolutes Lieblingsstück. Meine Mutter schenkte es mir vor etwa zehn Jahren. Es zeigt einen großen Indianerhäuptlings-Kopf und ist eigentlich weder vom Motiv noch von den Farben her etwas, das ich mir je selbst gekauft hätte. Erstaunlicherweise steht es mir außergewöhnlich gut und wird viel bewundert. Da hat sie mir mit ihrem Geschenk eine neue Sichtweise auf mich geschenkt. Das tun wir oft: uns gegenseitig Kleidungsstücke oder auch Schmuck schenken. Und das hat immer auch mit dem Blick auf den jeweilig anderen zu tun.

Die Leute denken manchmal wir wären uns ähnlich, aber wir erleben uns als sehr verschieden; dabei lieben und resprektieren wir uns. Als Kind hätte ich mir immer gewünscht, meine Mutter wäre etwas blumiger oder schlicht normaler. Ihr Kleidungsstil war sehr progressiv und sie schminkte sich nicht. Sie trug als Erste Midiröcke. Keine Mutter meiner Freundinnen machte das, ich fand das damals einfach nur furchtbar. Heute wäre ich wahrscheinlich stolz auf sie.

Lustigerweise kleidet sie sich heute sehr viel klassischer, aber immer noch sehr geschmackvoll.

Ich erinnere mich an eine Situation - ich war Teenager - im Bad vor dem Spiegel nebeneinander stehend, während ich mir Kajal in die Augen malte und meine Mutter, zu mir rüberschaute und in einem Tonfall zwischen erstaunt und begeistert sagt: „Ich habe eine Tochter, die sich schminkt!“ Es war als hätte sie gesagt: sie ist anders als ich, meine Tochter, sie ist erwachsen, sie macht etwas, das ich nicht mache - toll

I have a huge scarf, soft and very cuddly. That´s my all time favourite. My mom gave it to me ten years ago. It shows a big head of an indian chief. And honestly neither the illustration nor the colours are what I would have chosen myself. Amazingly, I feel exceptionally well in it and much admired. Since with her gift, she has given me a new perspective on me. We often do that, give each other clothes or jewellery. And it always has to do with the view of the respective other.

Sometimes people think we are alike, but in fact we are very different; we love and respect each other. As a child, I always wished that my mother was a bit more flowery or just plain normal. Her dress style was very progressive and she did not put on make-up. She was the first to wear miniskirts. None of my friends‘ mothers did that, and I thought it was just awful at the time. Today I would probably be proud of her.

Funnily, today her style is much more classic, but still very tasteful.

I remember a situation - I was a teenager - we were standing side by side in the bathroom in front of the mirror while I painted Kajal around my eyes and my mother, looking over at me and in a tone both amazed and enthusiastic, says, „I have a daughter who is making-up!“ It was as if she had said: she is different from me, my daughter, she is an adult, she does something that I do not do - great!


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