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REVOLUTION

REVOLUTION

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Uta, 69

Mein erstes prägendes Role Model war Beate Schmidt Damals, bei meiner ersten SDS Versammlung 1967, war sie eine, die mich beeindruckte. Sie sprach als einzige Frau in dieser männerdominierten, revolutionären Gruppe kämpferisch öffentlich mit dem Megaphon und verkörperte alle meine Vorstellungen einer modernen selbstbestimmten Frau, die die Gesellschaft verändern wollte. Und sie trug - ich erinnere mich genau - eine enge schwarze Lederhose und eine schwarz-weiße Kaninchenfelljacke. 

Ich habe das Glück, in einer Zeit groß geworden zu sein, in der noch alles möglich schien. Wir wollten, ja mussten geradezu, uns abgrenzen gegen eine verknöcherte Gesellschaft. Wir hatten nichts zu verlieren, waren nicht verunsichert und schauten optimistisch in eine Zukunft. Wir waren politisch und hatten den Traum, die Gesellschaft wirklich zu verändern 

Meine Eltern - selbst noch jung - galten bei meinen Freunden als eher liberal und modern. Für meine Mutter musste man allerdings nach außen ordentlich wirken. So gelang es ihr, subtil meinen Wunsch nach einer in den 50ern „Nietenhose“ genannten Jeans umzuwandeln in eine mehrfarbig gestreifte Latzhose, die ich zwar nicht wollte, dann aber irgendwie trotzdem trug.

Seit 1978 färbe ich meine Haare leuchtend rot. Es war ein persönlich sehr kompliziertes Jahr durch die schwere Krankheit eines guten Freundes (ging aber gut aus).  Ich kann mich aber nicht erinnern, ob oder welche Reaktion diese neue Haarfarbe bei meiner Mutter hervorrief; es spielte wohl keine große Rolle. 

Heute mag sie meinen „Pleats Please“-Stil.

My first influential role model was Beate Schmidt At that time, at my first SDS gathering in 1967, she impressed me. She spoke as the only woman in this male-dominated, revolutionary group militantly public with the megaphone and represented all my ideas of a modern self-determined woman who wanted to change society. And she wore - 

I remember exactly - a tight black leather pants and a black and white rabbit fur jacket.

I am fortunate to have grown up in a time when everything seemed possible. We wanted, indeed had to, demarcate ourselves against a corroded society. We had nothing to lose, we were not worried and we were optimistic about a future. We were political and had the dream to really change society.

My parents - being young - were considered liberal and modern by my friends. For my mother, however, you had to look neat outside. So she managed to subtly convert my desire for one in the 50s „rivets“ called jeans in a multi-colored striped dungarees, which I did not want, but somehow still wore.

Since 1978 I dye my hair bright red. It was a personally very complicated year due to the serious illness of a good friend (but went well). But I can not remember if or what reaction this new hair color caused my mother; it probably did not matter much. Today she likes my „Pleats Please“ style.

 


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